DAS OKTOBERFEST

Die Geschichte des Oktoberfests

Die Geschichte des Oktoberfests

Festzelte sind fast so alt wie die Menschheit, sie sollen den feiernden Menschen Schutz vor Sonne und Regen bieten. Schon in der Steinzeit wurden für die verschiedenen Gelage mit Fellen bespannte Holzkonstruktionen aufgestellt. Die alten Griechen bewiesen Wagemut, als sie mit Zeltkonstruktionen aufwarteten, die bis zu 30 Meter überspannten. Die Römer wiederum nutzten die schnell auf- und abbaubaren Behausungen zum Bau ganzer provisorischer Städte.

Die Kunst des Zeltbaus konnte in die Zeit des Mittelalters hinübergerettet werden. Das Aufstellen großer Festzelte oder provisorischer Festhallen ist bei den zahlreichen Krönungsfeiern deutscher Kaiser belegt. Doch gab es in dieser Zeit weit mehr als nur die Einsetzung eines neuen Regenten zu feiern, eine neue Stadtkultur wuchs heran, das edle Ritterleben auf Herrschersitzen, oder besser feuchten und düsteren Burgen war plötzlich aus der Mode gekommen. Fast über Nacht, oder man könnte auch sagen, wie von einen auf den anderen Tag, fand das Leben wieder in den Städten statt.

Die Zeltkultur sollte in der Zeit des 30-jährigen Krieges verloren gehen. Große Schützenfeste waren auf Grund der armen Umstände für das breite Volk nicht denkbar, denn feiern war mittlerweile zum Privileg der „Gestopften“ geworden. Veranstaltungen, die für das breite Volk zugänglich waren, beschränkten sich überwiegend auf religiöse und kirchliche Anlässe.

Hochzeiten, besonders in Herrscherhäusern, haben immer schon idealen Anlass für große Feierlichkeiten geboten. Ein solches Ereignis, die Rede ist von der Vermählung des bayerischen Kronprinzen Ludwig von Bayern mit Prinzessin Therese Charlotte Louise von Sachsen-Hildburghausen, kündigte sich im Jahre 1810 in der königlichen Hauptstadt München an. Es war kein König und auch kein Minister, sondern ein ganz normaler Unteroffizier, der mit seiner Idee, den Grundstein für das Oktoberfest gelegt hat. Es war seine Idee, die Vermählung mit einem prächtigen Pferderennen auszuschmücken. Der Bankier und Kavallerie-Major Andreas von Dall’ Armi übermittelte diesen Vorschlag an den damaligen König Max I. Joseph von Bayern, dieser war von seiner Idee sofort begeistert.

Im Jahre 1811 kam zu dem Pferderennen, das damals der einzige und beliebteste Veranstaltungspunkt war, das Landwirtschaftsfest hinzu. Heute hat sich das Landwirtschaftsfest in die Landwirtschaftsmesse umtaufen lassen und findet nach wie vor, allerdings nur alle vier Jahre zwischen dem heutigen Wein-Zelt und dem Käfer-Zelt am Südteil des Oktoberfestes statt. In den ersten Jahrzehnten stand das allgemeine Vergnügen was Fahrgeschäfte betrifft eher im Hintergrund, 1818 wurden das erste Karussell und zwei Schaukeln auf der Theresienwiese aufgestellt.

Aber auch die Obrigkeit wollte im Zeichen des neuen Zeitalters der Aufklärung mit den Untertanen feiern. So stiftete König Maximilian I. von Bayern das aus der öffentlichen Vermählungsfeier seines Sohnes entstandene Münchner Oktoberfest und König Wilhelm I von Württemberg das ursprünglich als Landwirtschaftsstellung konzipierte Cannstatter Volksfest. Da es sich für derartige Festlichkeiten im Freien nicht allzu gut feiern lässt, weil man auch damals das Wetter nicht beeinflussen konnte, hat man beschlossen, dass man wieder Festzelte errichtet. Auf dem Oktoberfest sind die ersten Festhallen in unserem heutigen Sinne, 1829 mit der Augustiner Festhalle entstanden und nur ein Jahr später, kam ein zweites dazu, 1830 die „Bräu-Rosl“ Festhalle.

Olympische Spiele: 1850 ließ man sich etwas ganz besonderes einfallen, die Bierbuden, heute besser bekannt als Festezelte, durften von nun an nicht mehr wahllos und willkürlich an irgendeinem Platz auf der Theresienwiese aufgestellt werden, sondern mussten sich genau nach Plan um das Königszelt gruppieren, dadurch erhielt das Königszelt eine weitere Betonung. Im Rahmen des Oktoberfestes kam es zur Ausrichtung der „Olympischen Spiele“, in deren Verlauf Münchener Handwerksgesellen in den Disziplinen Spießwerfen, Felsbrockenschleudern, Radlaufen und im Griechisch-Römischen Ringkamp um den Sieg wetteiferten.

Zu dem größten Wiesn Ereignis aller Zeiten ließen sich die Münchener was ganz besonders einfallen. Die Rede ist von der feierlichen Enthüllung, einer in Erz gegossenen 22 Meter hohen Statue, die fortan den Namen Bavaria trägt. Die Anfertigung dieser einzigartigen Statue beanspruchte mehr als fünf Jahre und wurde durch Ludwig Schwanthaler realisiert. Zu seinen Ehren, wurde eine Straße nach ihm benannt, die der Wiesneinzug nützt um auf das Oktoberfest einzuziehen.

Im Kopf der Statue befindet sich eine Aussichtsplattform, die auch heute noch von schlanken und gelenkigen Besuchern über eine Wendeltreppe bestiegen werden kann. Bereits ab 1809 machte sich König Ludwig Gedanken über einen Ehrentempel für verdiente bayerische Persönlichkeiten, daraus geworden ist die Ruhmeshalle, die heute hinter der Schutzpatronin Bayerns zu finden ist. Ideen für seine Bavaria, holte sich Ludwig aus Griechenland, für das Standbild waren die Kolossalstatuen der Antike, wie der Koloss von Rhodos oder die Zeusstatue des Phidias verantwortlich.

Aufgrund der Dauer des Festes und des kühlen Wetters im Oktober beginnt das Oktoberfest seit 1872 schon im September. Fälschlicher Weise wird leider angenommen, dass das Oktoberfest im Oktober beginnt und im Oktober endet. Dies ist aber seit gut 130 Jahren nicht mehr der Fall. Eröffnet wird jedes Jahr am vorletzten Samstag im September, wodurch die Länge aufgrund der unterschiedlichen Lage der Wochentage über die Jahre hinweg um mehrere Tage variiert. Traditionell endet das Oktoberfest am ersten Sonntag im Oktober. Jedoch gibt es auch, was die Länge des Volksfestes betrifft Ausnahme. Eine dieser Ausnahmen wäre, wenn der letzte Sonntag auf den 1. oder 2. Oktober fällt. Dann wird das Oktoberfest je nach dem um einen oder um zwei Tage verlängert. Generell findet das Fest 16. Tage und somit an drei Wochenenden statt.

Wein war noch bis 1900 das typische Wies’n Getränk, doch als der so beliebte Gerstensaft, sich bis auf das Oktoberfest vorgekämpft hat, wurde der Wein schnell vergessen und „Mann“ ist auf Bier umgestiegen. Doch der Ausschank des so edlen Gerstensaftes war nur den Wirten der großen Festhallen vorbehalten. Erst 1910 wurde das erste Fass Bier auch in den „kleineren Zelten“ in den so genannten Aufenthaltszelten ausgeschenkt.
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